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13. Oktober

Sebastian Brendel

Für das Wasser gebaut


Sebastian Brendel ist DER deutsche Kanute und dreifacher Olympiasieger. Wir haben ihn getroffen und wollten wissen, wo er sein olympisches Gold lagert, wie man so einen dicken Bizeps bekommt, wie sich sein Training dieses Jahr verändert hat und natürlich was seine absolute Lieblings-Funktionsunterwäsche ist.

Hallo Sebastian, für unsere Leser fangen wir mal ganz von vorn an wollen wissen, wie Du überhaupt zum Kanu-Sport gekommen bist?
Im Grunde durch meine Familie. Ich habe sehr viele Sportarten ausprobiert, angefangen bei Fußball, über Judo bis hin zum Lauf-Club. Aber irgendwann bin ich einfach zum Kanu gekommen. Meinen Eltern war es wichtig, dass ich Sport mache und nicht den ganzen Tag zu Hause hänge. Kanu hat mir da einfach am besten gefallen. Begonnen habe ich damit im Sommer und da war es schön, auf dem Wasser zu sein und sich immer wieder mal eine Erfrischung abzuholen, wenn man reinfällt. Damals hat mir allerdings noch keiner gesagt, dass ich das dann auch im Winter machen muss (lacht). Insgesamt haben mich aber die kleinen Herausforderungen zu Beginn fasziniert – erstmal im Boot halten, dann im Canadier geradeaus fahren.... Endgültig Blut geleckt habe ich dann aber nach den ersten Wettkämpfen.

Wie sieht denn mittlerweile Dein typischer Trainingsalltag aus?
Das ist natürlich abhängig davon, in welcher Phase der Saison man sich befindet. Im Winter habe ich beispielsweise vier Trainingseinheiten am Tag. Gestartet wird um acht Uhr morgens mit Ausdauertraining (Laktatbereich 3), 60 bis 90 Minuten lang, auf dem Wasser. Da schaffe ich so 12 bis 15 Kilometer. Dann geht es weiter mit einer Krafteinheit, wieder 60 bis 90 Minuten. Hier geht es hauptsächlich um Kraftausdauer (Hypertrophietraining). Nachmittags findet dann nochmal Ausdauertraining auf dem Wasser statt und zum Abschluss steht dann noch eine Athletik-Einheit mit Stretching und Laufen auf dem Programm.

Hat sich Dein Trainingsalltag in diesem Jahr durch die Corona-Maßnahmen verändert?
Da das Kanu-Training nicht in großen Gruppen stattfindet, hat sich für mich und meinen Trainingspartner nicht allzu viel geändert. Sportler, die sich Anfang des Jahres auf Olympia vorbereiteten, durften sogar an den Olympia-Stützpunkten trainieren. Ich konnte also ganz gut trainieren. Mein Training dort habe ich allerdings auf das Paddeln auf dem Wasser beschränkt. Mein Krafttraining fand alternativ statt. Ich habe mir zu Hause in der Tiefgarage ein paar Geräte aufgebaut und dort für mich alleine trainiert. Das war mal eine komplett neue Erfahrung.

Dieses Jahr sind viele Wettkämpfe ausgefallen. Unter anderem das Highlight schlechthin – Olympia. Wie hast Du es geschafft, Dich trotzdem weiterhin zu motivieren?
Die Olympia-Absage war ab einem gewissen Zeitpunkt zwar absehbar, trotzdem war die Zeit danach nicht einfach. Ich habe mich dazu entschlossen weiter zu trainieren, aber eben mit einem anderen Inhalt. Für mich ging es dann nicht mehr darum irgendwelche Bestzeiten zu fahren oder große Trainingsumfänge zu absolvieren, sondern einfach darum mich fit zu halten. Als etwas älterer Sportler habe ich meinem Körper auch viel Zeit zum Regenerieren gegeben und habe viel Zeit mit meiner Familie verbracht.


Hast du die Zeit genutzt, um Dir eine neue Herausforderung zu suchen?
Ja, ich hatte schon immer das Ziel irgendwann mal einen Marathon zu laufen. Und als klar war, dass die Kanu-Wettkämpfe dieses Jahr ins Wasser fallen, habe ich das in Angriff genommen. Ich bin schon einige Halbmarathons gelaufen, sogar ganz gut, aber an so einen ganzen habe ich mich noch nie wirklich ran getraut. Und irgendwann habe ich mir gesagt: Wenn dieses Jahr keine olympischen Spiele sind, ist Marathon mein Ziel für 2020. Bis jetzt hat sich die Gelegenheit noch nicht ergeben, aber sobald die erste Marathonveranstaltung in meiner Nähe stattfindet stehe ich an der Startlinie.

Du hast Deine erste olympischen Goldmedaille 2012 in London gewonnen und 2016 in Rio sind nochmal zwei dazugekommen. Fühlt sich die erste Medaille anders an als die zweite oder dritte?
Die erste war schon etwas ganz Besonderes. Vor allem weil die Voraussetzungen ganz andere waren. Dort bin ich nicht als Favorit ins Rennen gegangen, sondern sogar ein bisschen als Außenseiter. Und dieses Gefühl, es trotzdem geschafft zu haben ist einmalig und unbeschreiblich – auch wenn ich danach erstmal gar nicht klargekommen bin. Man wurde überall hin gezerrt und langgezogen. Da brauchte ich schon meine Zeit alles erstmal zu realisieren. Das war in Rio natürlich anders, da wusste man direkt „ok, jetzt kommt das, das und das…“ und da wusste ich auch wann ich mir dann auch mal Zeit nehmen kann um mit der Familie zu telefonieren und mal kurz zur Ruhe zu kommen. Ja, aber London, das war schon einmalig und ist etwas ganz Besonderes für mich.

Wo lagert ein Olympiasieger seine Goldmedaillen? In der Sockenschublade oder ganz prominent gerahmt an der Wand?
(lacht) Schon zu Hause, nicht im Bankschließfach wie einige. Aber ganz normal im Schrank und nicht besonders aufgebaut. Ich bin keiner der jeden Tag daran erinnert werden muss oder der die Medaillen ständig rausholt, wenn mal jemand da ist. Die liegen in ihrer Schachtel und kommen ab und zu zum Vorschein, wenn sie mal jemand sehen möchte.

Uns haben im Vorfeld viele Fragen erreicht die dasselbe wissen wollten: Wie bekommt man so einen dicken Bizeps wie Du?
(lacht) Gute Frage eigentlich. Ich mache die Standardübungen im Kanu-Rennsport. Beispielsweise das Bankziehen – das mache ich seit 20 Jahren. Man liegt bäuchlings auf einer Bank und zieht die Hantel immer wieder zu sich (umgedrehtes Bankdrücken). Ansonsten klassisches Bankdrücken, Liegestütze und Klimmzüge. Das sind die Klassiker die bei uns in jedem Kraftprogramm dazugehören und wovon der Bizeps herkommen könnte.

Wie bist Du auf Craft gekommen und wieso ist es zu Deiner Marke geworden?
Ich kann mich noch ziemlich genau daran erinnern. Bei meinen ersten Wettkämpfen ist mir aufgefallen, dass alle etwas von Craft anhatten und dann bin ich immer um die Verkaufsstände herumgeschlichen, an denen Funktionsbekleidung verkauft wurde – unter anderem Craft. Und meine Eltern haben irgendwann gesagt „wenn Du Dich anstrengst und dabeibleibst, bekommst Du auch so ein Craft-Shirt“. Das hat mich dann echt motiviert und ich war so glücklich als ich mein erstes Craft-Shirt bekommen habe. Es war zwar fünf Nummern zu groß aber nach und nach bin ich ganz gut reingewachsen. Und das war damals tatsächlich auch schon ein Active Extreme Shirt. Diese Serie ist mein Wegbegleiter seit ich mit dem Paddeln angefangen habe. Es ist bequem, passt sich super dem Körper an. Gerade bei unseren Bewegungen, die ja schon technisch sind – Oberkörper drehen, Arme langmachen, abbeugen etc. und es sitzt trotzdem immer perfekt.

Und mittlerweile hast Du wahrscheinlich mehr als eins?
Genau, weit mehr. Aber anfangs war das eine Shirt mein ein und alles. Der Rücktrocknungseffekt war da natürlich extrem wichtig. Beim Wassersport wird man schnell nass. Da hängt man das Shirt fünf Minuten in die Sonne und es ist trocken. Bei mehreren Rennen an einem Tag hatte man schnell wieder ein trockenes Wettkampfshirt. Diese Funktionalität hat die Marke Craft damals schon ausgezeichnet.

Vielen Dank für Deine Zeit Sebastian! Wir wünschen eine erholsame Off-Season, viel Erfolg mit Deinem Marathon-Projekt und drücken die Daumen dass die Wettkampf-Saison 2021 wie erwartet verläuft, mit dem großen Highlight Olympia.