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15. Oktober

OCR Know-how

“Never give up!“ – Spartan Athletin Sophia Thußbas im Interview (@sophia_ths)

Ein Obstacle Course Race (OCR Race) ist ein Extrem-Hindernislauf. Querfeldein, bergauf, bergab, durch Flüsse, durch Wälder, über Trails und zwischendrin muss man diverse Hindernisse meistern. Beispielsweise Sandsäcke tragen, über Mauern klettern, anspruchsvolle Hangel-Hindernisse bewältigen oder ganz typisch für das Spartan Race: der Speerwurf. Hier muss man einen Heuballen mit einem Speer treffen. Die Menge der Hindernisse ist enorm und je nach Hindernislauf-Format und Location unterscheiden sich diese. Spartan-Athlethin Sophia Thußbas ist seit 2019 in die Spartan Race-Elite „aufgestiegen“, um sich mit den besten Athleten weltweit zu messen. Ihre besten Platzierungen im Jahr 2019 waren unter anderem ein 3. Platz beim Super in Morzine, Frankreich, sowie ein 3. Platz beim Sprint in Alleghe, Italien. Im Gespräch mit uns erzählt Sophia über Spartan Races, die Community und ihr Training.


Sophia, was machen Spartan Races für Dich aus?
Gerade weil ich extrem gerne laufe, ist das Spartan Race für mich das beste OCR von allen. Außerdem sind die Hindernisse beim Spartan Race die perfekte Kombination aus Ausdauer, Kraft und Geschicklichkeit. Am meisten liebe ich die Spartan Rennen in den Bergen.

Wie lange nimmst du denn schon an Spartan Races teil und wie bist du dazu gekommen?
Angefangen hat meine Spartan Race Geschichte im September 2017. Leute aus meiner Crossfit-Box haben mich gefragt, ob ich nicht Lust hätte an dem Spartan Beast in Oberndorf in Tirol teilzunehmen. Ich sagte "Ja" ohne zu wissen, wie genau so ein Hindernislauf aussieht und ohne jegliche Vorstellung wie anstrengend so eine Beast-Distanz ist. Dementsprechend blieb ich bei meinem ersten Spartan Race weit unter meinen eigenen Erwartungen. Das konnte und wollte ich so nicht auf mir sitzen lassen. Mein nächstes Spartan Race war schließlich der Sprint in München im April 2018. Darauf bereitete ich mich gezielt vor und konnte dieses Rennen schließlich mit einem sehr zufriedenstellenden Ergebnis beenden. Seither sind Spartan Rennen meine ganz große Leidenschaft.

Worin unterscheiden sich die einzelnen Spartan Races denn?
Beim Spartan Race gibt es unterschiedliche Distanzen: Sprint, Super, Beast. Sprint ist die kürzeste Distanz mit ca. sieben km. Super ist die Mitteldistanz mit etwa 14 km. Beast ist die lange Distanz mit grob 24 km Lauf-Distanz. Die Anzahl und die Schwierigkeit, der zu überwindenden Hindernisse steigt mit der Länge der Strecke. Je nach Location und je nachdem wo das Rennen stattfindet, sind unterschiedlich viele Höhenmeter zu absolvieren. Wenn man jede Distanz einmal im Jahr gelaufen ist, hat man eine Trifecta absolviert. Man kann natürlich in einem Jahr mehrere Trifecta's laufen. Dann bekommt man für jede volle Trifecta eine spezielle Medaille.

Was passiert denn, wenn man ein Hindernis nicht schafft?
Wenn man ein Hindernis nicht schafft, muss man 30 Burpees machen – äußerst kraft- und zeitraubend. Meistens schaffe ich alle Hindernisse, nur der Speerwurf, der ist nicht so wirklich mein Steckenpferd.

Gibt es spezielle Ausrüstung, auf die man dabei nicht verzichten sollte?
Sehr wichtig sind Trailrunning-Schuhe mit gutem Grip. Dazu natürlich funktionelle Sportbekleidung, in der man sich gut bewegen kann, da man beim Spartan Race jegliche Art von Bewegung ausführen muss.


Wie bereitest Du Dich denn typischerweise auf ein Spartan Race vor?
Mein Training allgemein ist sehr breitgefächert. Ich trainiere etwa sechs Mal pro Woche in meiner Crossfit Box, gehe Inline-Skaten, klettern und bouldern (das ist sehr wichtig für die Griffkraft). Zudem haben wir in Kirchheim bei München ein ganz tolles OCR Trainingsgelände, auf dem wir spezifische Hindernisse trainieren können. Im Winter gehe ich Skifahren, Skitouren und langlaufen. Ich mache eigentlich meistens worauf ich Lust habe.

Welcher Philosophie folgst du dabei?
Wir Spartaner geben niemals auf. Eins meiner Lebensmottos ist “never give up“ und “push harder“. Es ist enorm wichtig, dass man an sich selbst glaubt. Jeder, der an einem Spartan Race teilnimmt, leistet sehr viel. Man stößt an persönliche Grenzen und schafft Sachen, die man sich selbst vielleicht nicht zugetraut hätte. Gemeinschaft ist uns Spartanern sehr wichtig. Gegenseitiger Respekt, Freude für die anderen und ein tolles Miteinander zeichnet die “Spartan Family“ aus.

Was hast du Dir für Ziele für das nächste Jahr gesetzt?
Ich möchte auch nächste Saison wieder ein fester Bestandteil der Spartan Race Elite sein und nicht nur europaweit, sondern weltweit an Rennen teilnehmen. Konzentrieren möchte ich mich mehr auf die Bergrennen, da die Berge nicht nur meine Leidenschaft, sondern meine große Stärke sind. In 2020 ist die Europameisterschaft in Oberndorf, Tirol. Das ist sozusagen „bei mir ums Eck“. Ich möchte mich für die EM qualifizieren und dann da Gas geben. Außerdem will ich mich auch wieder für die Weltmeisterschaft qualifizieren. Dieses Jahr konnte ich verletzungsbedingt leider nicht an der WM teilnehmen, deshalb ist das für das nächste Jahr definitiv ein großes Ziel von mir.

Sophia, danke Dir für den Einblick. Wir wünschen Dir alles Gute und viel Erfolg für die Zukunft.

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