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25. Juli

Laufsocken

Kurz oder Kompression? Die Laufsocken-Frage


Läufer, die über Schweißfüße klagen, Druckstellen haben oder gar Blasen bekommen, sollten nicht nur ihren Schuh auf den Prüfstand stellen. Da wären schließlich auch noch die Laufsocken... Während inzwischen viele Läufer ihre Baumwollklamotten endgültig gegen Funktionsbekleidung ausgetauscht haben und auch in gute Laufschuhe investieren, wird die Sockenwahl noch immer stiefmütterlich behandelt. Ob mit oder ohne Kompression, lang, kurz, weiß oder bunt: Hier erfährst du, was die Laufsocke kann – und die Alltagssocke nicht.

Anschmiegsam
Perfekt sollte sie sitzen, die Laufsocke. Und das bedeutet in erster Linie, dass sie den Fuß eng und glatt umschließt – natürlich ohne dabei einzuengen. Schlüpfst du in einen alten, ausgeleierten Strumpf oder in eine Übergröße, riskiert du durch den Faltenwurf Druckstellen und Blasen. Der Fuß darf auf keinen Fall in der Socke rutschen. Für eine optimale Anschmiegsamkeit sind Funktionssocken entsprechend elastisch. Allerdings versuchen Sockenhersteller bei der Auswahl der Fasern den Stretch-Anteil so gering wie möglich zu halten. Elastan ist nicht nur relativ schwer – die Faser transportiert auch die entstehende Feuchtigkeit eher langsam. Das Feuchtigkeitsmanagement im Schuh ist aber ein zentraler Punkt in Sachen Tragekomfort und Blasenprävention.

Laufsocken – Ergonomisch gestrickt
So versucht man auch über die Strickkonstruktion eine hohe Elastizität zu erreichen. Du merkst schon: einfach gestrickt ist die spezielle Laufsocke nicht – ganz im Gegenteil: Die ergonomische Konstruktion ‚schneidert’ spezifische Links- bzw. Rechts-Modelle auf die Fußform zu. Der Bund sollte angenehm sitzen und natürlich ein Verrutschen verhindern. Oftmals sorgt zudem ein elastischer Ring um den Mittelfuß für einen kompakten Halt im Fußbereich.


Spezielle Fußzonen
Spezielle Zonen sind zudem an unterschiedlichen Stellen der Socken für verschiedene Funktionen verantwortlich: In die Fersenpartie und die Sohle ist häufig eine dämpfende Polsterung eingearbeitet. Am Spann hingegen soll dünneres Material mit einer luftigen Konstruktion für Ventilation sorgen, während die Zehenkappe besonders robust sein muss. Dabei sollte die Socke so weit wie möglich nahtfrei sein, um potenzielle Druckstellen zu minimieren. Wichtig ist, dass die Naht an den Zehenkappen gut verarbeitet und weich ist.

Laufsocken aus Polyester oder Merino – die Materialfrage
Die Aufgabe der Socken ist es, das Klima im Schuh optimal zu regulieren und die Feuchtigkeit rasch abzutransportieren. Wer – wortwörtlich – im eigenen Saft steht, riskiert Scheuerstellen und Blasenbildung. Deshalb kommen hier Fasern zum Einsatz, die besonders effizient den Schweiß nach außen leiten. Polypropylen ist ein solches Material, das nicht nur sehr „hydrophob“ – also Wasser hassend – ist, sondern zudem sehr robust. Ansonsten setzen die Hersteller auf Polyesterfasern, die für die Stretch-Qualität mit Elastan gemischt werden. Sehr beliebt sind zudem Socken aus feiner Merinowolle (bzw. mit hohem Merinoanteil). Die feinen Haare des Hochlandschafs bieten nicht nur an kalten Tagen einen angenehmen Tragekomfort. Wolle gilt als gut temperaturausgleichend, funktioniert also erstaunlicherweise auch bei wärmeren Temperaturen. Der Feuchtigkeitstransport erfolgt zwar nicht ganz so rasch wie bei synthetischen Fasern, doch Merino bietet andere Vorteile: Zum einen ist es ein natürlicher, nachwachsender Rohstoff. Zum anderen überzeugt die feine Wolle durch eine besonders angenehme Eigenschaft: Sie wirkt antibakteriell und reduziert so die Geruchsbildung.

Laufsocken mit Kompression
Marathon-Weltrekordlerin Paula Radcliff war vor Jahren eine der ersten Läuferinnen, die mit langen Strümpfen auf die Strecke ging. Inzwischen sind die Kompressionsstrumpf-Fans keine Exoten mehr. Doch es ist eine Frage des Geschmacks geblieben. Dass die Druckauswirkung eine regenerative Wirkung hat, haben zahlreiche Studien bestätigt. Schließlich kennt man die Strümpfe auch vom Krankenbett bzw. dem Langstreckenflug zur Verhinderung von Thrombosen. Durch einen leichten, gleichmäßigen Druck auf die Waden werden die Venen leicht zusammengedrückt und somit der Rücktransport des Blutes zum Herzen optimiert. Die Kompression unterstützt also die Blutzirkulation, d.h. den Fluss des 'verbrauchten' Blutes zum Herzen. Medizinische Kompressionsstrümpfe haben einen speziellen Druckverlauf, der unten stärker ist und nach oben hin abnimmt. So sind diese Modelle in unterschiedliche Kompressionsgrade eingeteilt. Hier sind mindestens drei Messpunkte für die individuelle Passform notwendig: Neben der Schuhgröße müssen auch Knöchel sowie Wadenumfang vermessen werden. Bei den Sportmodellen gibt es allerdings keine einheitliche Einteilung in Kompressionsklassen. Ob sich eine Anschaffung lohnt? Das sollte jeder Läufer für sich entscheiden – und dabei in erster Linie nach dem Wohlfühlfaktor...



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