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13. Oktober

Hardware-Tipps für Roadbike-Anfänger

KnowHow für Rennrad-Einsteiger Teil 1 - Hardware
Worin liegt der Charme, sich auf einen schmalen, harten Sattel zu setzen und tief gebeugt auf dünnen Reifen Kilometer um Kilometer zu pedalieren? Das Rennradfahren mag auf den ersten Blick vielleicht unbequem und anstrengend aussehen, doch gleitet man mit einer Leichtigkeit dahin, die nicht selten zu einem meditativen ‚Flow’-Gefühl führt. Aber das Rennrad-Thema ist komplex. Rahmen, Preis, Bekleidung: Beim Einstieg in das Thema Rennrad gibt es viel zu beachten. In unserem zweiteiligen Guide findest Du alles, was Du zum Einstieg brauchst. Hier gibt‘s Tipps zur Hardware Rund ums Rennrad. Du hast schon ein Bike und suchst nur die passende Bekleidung? Dann schau mal in unserem „KnowHow für Rennrad-Einsteiger Teil 2 – Bekleidung“ vorbei.

Rennrad für Anfänger - Wieso sollte ich?
Gründe, mit dem Rennradfahren anzufangen, gibt es viele. Da wäre zum einen der Gesundheitsfaktor: Als Ausdauersport ist das Rennradfahren optimal für das Herz-Kreislaufsystem und die Knochen und Gelenke werden weniger belastet als bei anderen Sportarten. Für alle, die die Fettverbrennung vorantreiben wollen oder einfach ihre Fitness verbessern möchten, ist Rennradfahren der perfekte Sport. Doch vor allem ist es eine faszinierende Art der Fortbewegung, die viele packt und nicht mehr loslässt. Mit einer besonderen Leichtigkeit rollt man auf glattem Asphalt dahin. Die Geschwindigkeit ist mit keinem anderem Fahrrad zu erreichen, wodurch man auch sehr lange Strecken zurücklegen und Landschaften erfahren kann. Grundvoraussetzung für das Genusserlebnis – den Radler-Flow – ist allerdings die richtige Ausstattung...

Rahmenhöhe, Geometrie – was Anfänger wissen müssen
Was dabei eine wichtige Rolle spielt? Gewicht, Material, Komponenten und natürlich – ganz zentral – die Geometrie des Fahrrads. In erster Linie muss die Ergonomie des Rades zum Fahrer passen bzw. vom Fachhändler auf ihn abgestimmt werden. Inzwischen wird man in den guten Radgeschäften akkurat vermessen und die Ergonomie, also die ‚Passform’ des Rades für den eigenen Körperbau zu optimieren. Das betrifft die Sitzposition auf dem Rad – wobei es hier natürlich auch unterschiedliche Präferenzen gibt: von der tiefen, aerodynamisch gestreckten Haltung der ambitionierten Athleten hin zu der eher aufrechten Position von Genussradlern. Aber auch bei der Wahl des Sattels, der Bremsgriffe, Lenker oder der Einstellung der Cleat-Position am Schuh ist Fine-Tuning angesagt. A propos Schuh/Pedalen-Verbindung: Für den Anfänger empfehlen sich auf jeden Fall Übungseinheiten mit dem Click-Pedal-System.

Rennrad kaufen - Wo geht’s los?
Für ein gutes Rennrad muss man um die 1.000 Euro einkalkulieren. Dafür bekommt man ein Einsteigermodell mit Aluminium-Rahmen, das ca. 8.5 Kilo wiegen kann und mit soliden Komponenten ausgestattet ist. Neben Aluminium bieten die meisten Hersteller heute auch Carbon-Rahmen, denn Gewichtsersparnis ist bei Rennrädern auch für viele Hobbyradler das große Thema. Allerdings sollte man sich vom Carbon-Trend nicht blind leiten lassen: Generell gilt für die Hersteller, das Gewicht gering und die Steifigkeit des Rahmens hoch zu halten. Hohe Steifigkeit bedeutet letztlich weniger Energieverlust. Bei weicheren, ‚nachgiebigeren’ Konstruktionen geht mehr Kraft verloren. Hier sind die Carbon-Rahmen absolut im Vorteil. Carbonfasern sind in Zugrichtung besonders steif. Genau darauf setzen Hersteller. Je nach Zusammensetzung und Muster können sie ihre Rennradrahmen in eine Richtung besonders steif machen, während sie einer anderen Richtung etwas Flex verleihen.
Finden Anfänger ein günstiges Carbon-Modell (zwischen 1.500 und 2.000 Euro), dann sollten sie auf jeden Fall auf die Ausstattung achten. Schließlich gibt es am Rad noch weitere wichtige Bestandteile neben dem Rahmen...


Reifen, Sattel und das Rennrad-Drumherum
Mit rund einem Kilo ist der Rahmen nur ein kleiner Teil des Gewichts eines Rennrades. Vor allem Laufräder und andere Bauteile bringen einiges auf die Waage. Dazu zählt die Kurbelgarnitur (Kurbel und Kettenblätter). Die ‚große’ Entscheidung, die man zunächst treffen muss, lautet: Zwei oder drei Kettenblätter vorne. Die 3-fach Kurbel eignet sich für Anfänger, die ihre Muskeln zunächst noch trainieren müssen. Passend dazu findet man diese Schaltungen auch vorwiegend in Einsteiger-Bikes. Die meisten Rennräder auf dem Markt setzen heute auf zwei Kettenblätter. Außerdem gibt es mittlerweile zahlreiche Anbieter, die eine 1-fach Schaltung anbieten. Dabei hat das Rennrad nur noch ein Blatt vorne. Da in diesem Fall auch kein Umwerfer nötig ist, verringert sich nicht nur das Gewicht, sondern auch die Fehleranfälligkeit der Schaltung. Allerdings steigen damit auch die Sprünge zwischen den einzelnen Gängen.
Bei der Schaltung sind drei Hersteller absolut vorherrschend: Shimano, Sram und die italienische Marke Campagnolo. Prinzip und Funktion sind im Grunde jeweils gleich, aber die Art der Hebel – von der Platzierung bis hin zur Ergonomie – unterscheiden sich. Alle Produzenten haben leidenschaftliche Anhänger, doch im Wesentlichen ist das Geschmackssache: Bei welcher Schaltung sich die Finger am wohlsten fühlen, sollte jeder selbst testen.
Die Abstufungen der Komponentengruppen richten sich nach den Bedürfnissen (oder dem Geldbeutel) des Fahrers: Bei Campagnolo heißt die Einsteigervariante Centaur, das Top-Modell ist Super Record. Bei Shimano sind es Claris und Dura Ace. Sram beginnt mit der Apex und endet mit der Red. Die Einsteiger-Gruppen sind in Fahrrädern ab ca. 700 Euro zu haben. Für Bikes, in denen die High-End-Modelle verbaut sind, muss man mit 2500 Euro und mehr rechnen.

Wo hört’s auf?
Nach oben ist die Investition offen! Rahmen, Laufräder, Komponenten – den Kosten sind nach oben keine Grenzen gesetzt: Da kann ein handgefertigter Titanrahmen schnell mit 3.000 Euro zu Buche schlagen oder das Carbon-Pedalpaar mit 250 Euro. Kommen noch eine Sonderlackierung und sonstige Veredelungen mit Leichtbauparts dazu, gelangt man mit dem Edel-Renner problemlos in den fünfstelligen Bereich...

Wie geht’s weiter?
Das Rennrad entwickelt sich immer weiter. Ein Trend, der sich aktuell großer Beliebtheit erfreut sind Gravel-Bikes (von engl. gravel = Schotter, Kies). Dank ihrer robusten Bauart sind sie härter im Nehmen und dadurch vielseitiger einsatzfähig. Mit etwas breiteren, bestollten Reifen gleiten sie natürlich nicht so angenehm leicht und rasant auf Asphalt dahin, man kann jedoch getrost auf Schotterwegen fahren und kommt sogar in matschigem Gelände voran.

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