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26. April

Die richtige Rennrad-Bekleidung

Für jedes Bike-Wetter gerüstet - Tipps von @mikemono


Für viele startet im Frühjahr auch wieder die Bike-Saison. Doch wie genau sollte man da gekleidet sein? Und was sollte im Kleiderschrank auf keinen Fall fehlen? Über das Jahr hinweg benötigt man ganz unterschiedliche Bike-Bekleidung. Instagrammer und Radrennfahrer @mikemono spricht mit uns über Tipps, Erfahrungen und gibt Einblicke, wie er sich in den verschiedenen Jahreszeiten kleidet.

Hi Mike, viele Rennrad-Anfänger fragen sich immer wieder, ob man spezielle Bekleidung auf dem Rad braucht. Wie kleidet man sich denn am besten?

Das hängt natürlich immer ein wenig von den Wetterverhältnissen ab, von der Jahreszeit, von den eigenen körperlichen Voraussetzungen und den individuellen Vorlieben. Ganz pauschal kann man die Frage also nicht beantworten. (lacht)

Kannst Du Einsteigern trotzdem einen ganz allgemeinen Tipp für die Bekleidung in den verschiedenen Jahreszeiten geben?

Ganz grundsätzlich sollte man sich natürlich immer den jeweiligen Temperaturen anpassen. Dabei ist es gut, sich am Zwiebel- oder Lagenprinzip zu orientieren. Also wenn man mehrere Lagen trägt, die alle einen bestimmten Zweck erfüllen. Ganz einfach gesagt wären das drei Schichten: Funktionsunterwäsche, die den Schweiß an die äußeren Lagen weitergibt, ein Midlayer als Isolationsschicht bei kalten Temperaturen und eine Wetterschutzschicht, zum Beispiel ein Windbreaker oder eine Regenjacke. Mit diesen Schichten ist man recht flexibel und kann nicht mehr viel falsch machen. (Ausführliche Informationen zum Lagenprinzip findest Du hier)

Wie sieht denn zum Beispiel Deine Radbekleidung im Frühling aus?

Meistens trage ich im Frühjahr lange Funktionsunterwäsche und ein Trikot darüber. Da ich häufig in hohen Intensitätsbereichen fahre und es mir dabei ziemlich warm wird, brauche ich im Normalfall auch nicht mehr. Je wärmer es wird, desto luftiger wird die Bekleidung natürlich. Und nach einem grauen, dunklen Winter will man im Frühling vor allem zeigen, was für schöne und bunte Fahrradklamotten man hat. (lacht)

Also kommt im Frühjahr richtig Farbe ins Spiel?

Auf jeden Fall! Natürlich muss die Bekleidung trotzdem funktionell sein, das ist das Wichtigste. Was man auf jeden Fall immer dabei haben sollte ist eine Regenjacke. Da lohnt es sich auch immer, vor den Touren noch einmal in den Wetterbericht zu schauen. Aber die Devise ist hier: „better safe than sorry“. Denn auf den Wetterbericht kann man ja leider auch nicht immer zu 100 Prozent vertrauen. Das Sprichwort ‚Der April macht was er will‘ beschreibt das gesamte Frühjahr eigentlich ganz gut.

Du sprichst aus Erfahrung, nehme ich an?

Ja, auf jeden Fall. Man muss ein wenig Gespür dafür entwickeln, wie das Wetter draußen ist und wie es sich im Laufe einer Radtour entwickeln kann. Es gibt nichts Schlimmeres, als nicht auf einen Wetterwechsel vorbereitet zu sein. Zudem ist man einfach krankheitsanfälliger, wenn man durchnässt und durchgefroren von einer Tour nach Hause kommt. Genauso wie mit der Witterung verhält es sich übrigens auch mit den Temperaturen. Diese können im Frühjahr auch noch stark schwanken. Wenn man sich unsicher ist, ob lange oder kurze Bekleidung angesagt ist, kann man sich mit Armlingen und Beinlingen aushelfen. Diese sind ganz schnell an- bzw. ausgezogen – je nachdem wie man es gerade braucht.

Eine Abkühlung könnte man dann eher im Sommer gebrauchen. Wie sieht denn da Dein Setup aus?

Wenn es extrem heiß ist – also zum Beispiel bei 35 Grad – fahre ich häufig nur mit einer Windweste und creme mich dementsprechend ein. Das ist im Sommer ohnehin immer sehr wichtig. Gut bei solchen Temperaturen ist auch kühlende Funktionsunterwäsche. Diese garantiert Dir die eben angesprochene Abkühlung während der Tour. Und darüber trage ich dann einfach noch ein kurzes Trikot oder eben eine Windweste. Unten herum einfach Bib-Shorts und gut ist. Grundsätzlich würde ich sagen: Im Sommer ist weniger mehr.

Und dann wird es wieder kälter...

Genau... zum Ende des Jahres hin heißt es wieder, sich Stück für Stück den kühleren Temperaturen anzupassen. Also von der kurzen Bib wieder auf eine lange umsteigen, lange Funktionsunterwäsche aus dem Schrank holen und evtl. auch schon mal die wärmere Jacke bereitlegen. Dann kann auch nichts schief gehen. Auch im Herbst ist es wieder wichtig, an die Regenjacke zu denken. Zudem werden die Tage kürzer und dunkler. Also lohnt es sich immer, das eine oder andere reflektierende Element an der Kleidung zu haben.

Zum Winter hin packst Du dann die dicken, gefütterten Jacken aus?

So lange es nicht zu tief in die Minusgrade geht, besteht meine Bikebekleidung im Winter aus langer Funktionsunterwäsche und einer Windjacke darüber. Erst wenn es besonders kalt ist, ersetze ich diese gerne auch mal mit einer wärmeren Jacke. Da kommt es auch nicht auf die Aerodynamik an, sie muss einfach nur vor der Winterkälte schützen. Wie vorhin schon erwähnt, bin ich meistens in hohen Intensitätsbereichen unterwegs: wärmende bzw. isolierende Midlayer trage ich daher eher selten. Aber das muss jeder nach eigenem Empfinden für sich entscheiden. Gerade bei niedrigeren Intensitäten macht das im Winter durchaus Sinn. Dazu dann am besten eine lange Radhose oder Bib.

Anfangs hast du von individuellen Vorlieben gesprochen. Was für spezielle Vorlieben hast Du denn?

Zum Beispiel fahre ich gerne mit Stirnband unter dem Helm. Ich schwitze immer relativ viel im Gesicht und meine Brille war früher immer voll mit Schweiß. Mit Stirnband ist das kein Problem mehr. Außerdem bin ich ziemlich unempfindlich, was Kälte an den Händen angeht und fahre eigentlich relativ wenig mit Handschuhen. Auch im Winter habe ich selten welche an – nur bei wirklich tiefen Minusgraden greife ich dann doch mal danach. Aber da hat wohl jeder so seine eigenen Macken. Anfängern empfehle ich dennoch, erstmal mit Handschuhen zu fahren, da sie nicht nur vor Kälte schützen, sondern die Hände auch ein wenig Polstern. Gerade bei längeren Touren kann es gerne einmal unangenehm werden, wenn man das Fahren ohne Handschuhe nicht gewohnt ist.

Danke für den Einblick, Mike.

Immer gerne.