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Baselayer Guide: Die richtige Unterwäsche für Hitze und Kälte

Im Funktionswäsche Guide lernst du alles was du über das Thema Baselayer wissen musst. Welche ist die richtige Funktionswäsche für die Kälte? Warum brauche ich ein Unterhemd auch im Sommer? Diese und noch weitere Fragen beantworten wir dir hier.

von Daniela

29. September 2020 • 6 Min. Lesezeit

Frau und Mann in langer Funktionsunterwäsche

Funktionsunterwäsche: Die richtige Unterwäsche für Hitze und Kälte

Wie funktioniert Funktionswäsche?

Vielleicht hast Du Dich schon mal gefragt, warum CRAFT unterschiedliche Funktionsunterwäsche-Linien anbietet. Sie unterscheiden sich in mehrerlei Hinsicht: a) Wie warm ist es? Und b) wie aktiv bist Du? Am Ende geht es jedoch immer um eines: um die Temperaturregulation des Körpers und damit die Aufrechterhaltung der Leistungsfähigkeit während des Sports.

Hast Du schon einmal versucht den Begriff Komfort zu beschreiben? Wenn man sich wohl fühlt. Wenn einen nichts stört. Wissenschaftler sprechen von der Absenz von Diskomfort. Solange sich der Körper im Bereich seiner Wohlfühltemperatur befindet, also etwa 36,5°C, melden unsere Sinne: alles im grünen Bereich. Alarm schlagen sie nur bei den Zuständen „zu kalt“ oder „zu warm“. Um seinen Temperaturhaushalt zu regeln, hat der Körper einige eingebaute Mechanismen:

Wieso schwitzen wir?

Wird es dem Körper warm, beispielsweise durch körperliche Aktivität, eine höhere Umgebungstemperatur oder auch durch Emotionen, beginnt er zu schwitzen. Wir sondern über die Schweißdrüsen Schwitzfeuchtigkeit ab, die sich auf der Haut verteilt und dort durch Verdunstung Kälte entstehen lässt. Der Wechsel des Aggregatzustands des Schweißes von flüssig nach gasförmig entzieht dabei dem Körper Wärmeenergie. Wer das mal ausprobieren will: einfach bei Kälte und idealerweise etwas Wind die eine Hand nass machen und die andere nicht. Die nasse Hand fühlt sich schnell sehr kalt an.
Steigt durch Wärme, Sonne oder sportliche Aktivität die Hauttemperatur über die Körperkerntemperatur (36,5 bis 37°C) an, entsteht ein Hitzestau. Der Motor überhitzt – und während dieser durch einen Kolbenfresser stehen bleiben würde, verlieren wir Menschen das Bewusstsein: Hitzeschlag!

Wieso frieren wir?

Wird dem Körper kalt, reduziert er die Wärmeabgabe: die Extremitäten Arme und Beine werden weniger durchblutet. Du bekommst kalte Hände oder Füße – es wird weniger Wärme abgestrahlt. Wird ihm noch kälter, versucht der Körper durch Muskelarbeit mehr Wärme zu generieren, die Muskeln beginnen zu zittern. Daher auch der Ausdruck „ich zittere vor Kälte“. Dies ist eine unbewusste Reaktion des Körpers, bewusst funktioniert sie aber genauso. Gefährlich wird die Sache, wenn dies nicht ausreicht. Und der Körper die Durchblutung auf das Lebenswichtige reduziert – das Hirn und die inneren Organe. Es kann zu Erfrierungen kommen, zur Hypothermie (Unterkühlung) – und im Extremfall zum Tod.


Die richtige Funktionsunterwäsche hilft gegen Frieren

Bei Kälte ist die Abhilfe ganz offensichtlich: Du ziehst mehr bzw. wärmere Sachen an. Funktionswäsche für kalte Tage ist meistens dicker, voluminöser (die zwischen den Fasern gebundene Luft ist der Isolator) und sie besteht aus Fasern, die schlecht Wärme leiten – vor allem Merinowolle. Wichtig ist auch, dass die Bekleidung winddicht ist. Denn der Wärmeverlust durch den Windchill-Faktor ist erheblich. Im Wetterbericht wird das durch die gefühlte Temperatur bei Windstille beschrieben.

Was macht Funktionswäsche?

Der Job von Funktionsbekleidung ist, den Körper dabei zu unterstützen, im Wohlfühlbereich zu bleiben – ihn bei Wärme zu kühlen oder ihn bei Kälte zu wärmen. Man könnte von einer textilen Klimaanlage sprechen.

Wie kühlt Funktionsunterwäsche den Körper?

Bei Wärme und vor allem körperlicher Aktivität wird die ganze Sache komplexer – und hier spielt die Funktionswäsche eine besonders große Rolle, weil sie direkt auf der Haut getragen wird. Es geht darum, was mit der Schwitzfeuchtigkeit passiert. Bei Craft gebrauchen wir daher oft den Ausdruck Feuchtigkeits-Management.
Wäsche kann zusätzliche Kühlung bewirken, in dem sie die Oberfläche der Haut vergrößert, weil dann mehr Feuchtigkeit verdunsten kann. Das setzt zum einen voraus, dass die Wäsche direkt auf der Haut aufliegt. Tut sie das nicht, bilden sich irgendwann Schweißtropfen, die einfach ungenutzt herunterkullern oder -tropfen. Sie sind in Sachen Kühlung sozusagen rausgeschmissen. Die zweite Voraussetzung ist, dass die Verdunstung nicht zu weit von der Hautoberfläche entfernt erfolgt, so dass der Kühleffekt gar nicht mehr auf der Haut spürbar wäre. Und drittens bildet ein guter Wärmeleiter die thermische Verbindung zwischen Hautoberfläche und der durch das Funktionsmaterial erweiterten Hautoberfläche. Dieser gute Wärmeleiter ist der Schweiß selbst.

Funktionswäsche, die kühlen soll, ist konstruktiv daher immer relativ dünn (Abstand zur Haut), hat meist eine dreidimensionale Oberfläche (größere Fläche), enthält oft etwas Elasthan (enges Anliegen) und besteht aus Fasern und/oder einer Strickkonstruktion mit guter Benetzbarkeit - oder auch Konduktion der Kälte von außen auf die Haut. (z.B. COOLMAX® AIR und COOLMAX®.)


Wichtig zu wissen: Jene Material-Qualitäten, die am effektivsten kühlen (wie z. B. Craft Nanoweight und Stay Cool) kühlen auch nach Ende der Aktivität weiter. Der Athlet sollte sie also ausziehen, sobald er keine weitere Kühlung mehr braucht.

Kühlt wenn Du schwitzt, wärmt wenn du frierst

Und dann gibt es noch einen Spezialfall: Wäsche, die speziell für Stop & Go, den Wechsel aus Belastung und Erholung entwickelt wurde (z. B. Bergauf biken und abfahren, Eishockey mit dem Wechsel von Vollgas und auf der Auswechselbank sitzen). Sie soll dich bei Belastung kühlen, aber danach auch schnell wieder warmhalten, also den so genannten post exercise chill vermeiden – wenn Du bei einer Pause oder nach dem Sport fröstelst.

Diese Art von Wäsche erfordert die technisch komplexeste Konstruktion und wir sind bei Craft sehr stolz darauf, dass wir bereits 1977 mit der Gründung des Unternehmens, der Welt des Sports den so genannten „zweiflächigen Strick mit einem Kapillargefälle“ bescherten. Bei dieser Strickkonstruktion werden für die Innen- und Außenseite des Stricks unterschiedlich dicke Fasern verwendet – innen etwas dicker, außen dünner. Durch das daraus resultierende Kapillargefälle wird Schwitzfeuchtigkeit von der Haut weg kontrolliert nach außen abtransportiert. Das Geheimnis, warum gerade unsere Wäsche für intermittierende Belastung so gut funktioniert – und bis heute der Stand der Technik.
Das kriegen nicht alle Anbieter wirklich gut hin: Es gibt immer wieder Funktionswäschen, die einen so guten Feuchtigkeitstransport haben (man spricht auch von Wicking), dass sie Feuchtigkeit rasend schnell von der Haut wegtransportieren. Es entsteht ein trockenes Mikroklima. Trocken hört sich erstmal nach Komfort an. Denn wir assoziieren Schwitzen (also Nässe auf der Haut) mit Diskomfort. De facto ist es aber so, dass wir genau dieses Schwitzen brauchen, um unseren Körper zu kühlen. Ein absolut trockenes Mikroklima ist wie ein Motor ohne Kühler. Im Marketing-Slang wird der Begriff dennoch immer wieder benutzt (auch wir bei Craft) – einfach weil die meisten Menschen damit Komfort assoziieren. Das ist eigentlich absoluter Quatsch. Nur: welcher normale Mensch kann sich schon etwas unter Feuchtigkeits-Management vorstellen? Du nach dem Lesen dieses Artikels schon. Wer noch?

Entdecke unsere Baselayer Kollektion für Hitze und Kälte


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